Maul- und Klauenseuche:
Tourismusbranche fürchtet Seuchenverbreitung zu Ostern
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Die
bayerische Tourismusbranche fürchtet, dass es mit der Idylle schon bald
vorbei ist |
(vs) - Die Tourismusmanager in Bayern haben angesichts der
bevorstehenden Osterferien ihre Besorgnis im Zusammenhang mit MKS
geäußert. Die Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche auf dem
europäischen Kontinent könnte Deutschlands bevorzugter Ferienregion
in dieser Saison einen dicken Strich durch die Rechnung machen.
Die
Bauern befürchten, dass Urlauber aus den betroffenen Ländern wie
Großbritannien, Irland, Frankreich und den Niederlanden den Erreger der
hochinfektiösen Krankheit über ihre Kleidung oder mitgebrachte
Speisen einschleppen könnten. Insgesamt bieten 7000 Höfe in Bayern
"Urlaub auf dem Bauernhof" an. Eine Million Gäste bringen es auf
jährlich zehn Millionen Übernachtungen in Bauernhof-Betten.
"Wir sind aufs Äußerste alarmiert", gibt der
Geschäftsführer der Bayern Tourismus Marketing GmbH, Richard Adam,
zwei Wochen vor Beginn der Osterreisewelle die Stimmung in seinem Haus wieder.
Etliche Millionen von den jährlich rund 100 Millionen Übernachtungen
im weiß-blauen Ferienland entfallen auf Urlauber aus diesen Ländern.
"Wir können doch nicht zu den Leuten sagen, bleibt zu Hause, damit ihr die
Maul- und Klauenseuche nicht einschleppt", erläutert Adam. "Aber wir
müssen die bayerische Landwirtschaft schützen."
Landesverband rät zu Absage geplanter Reisen
Die Tourismus GmbH bereitet sich derzeit auf Gespräche mit
ihren Mitgliedsverbänden vor, um Empfehlungen im Umgang mit MKS zu
erörtern. Der Geschäftsführer des Landesverbandes "Urlaub auf
dem Bauernhof", Markus Ritter, verschickte im Vorfeld an die 2500
zugehörigen Bauernhöfe einen Rundbrief mit Sicherheitshinweisen:
"Gäste sollten vor der Anreise über deren letzten Aufenthaltsort
befragt werden", heißt es dort beispielsweise.
Kinder sollen sich von Ställen fernhalten |
Weiter rät der Landesverband: "Vorsicht bei Kontakten
zur Landwirtschaft sowie Auslandsaufenthalten, insbesondere
Großbritannien; hier sollte eine Absage der Reise erwogen werden". Zudem
sollten Gäste und vor allem Kinder vom Stall ferngehalten werden, so die
Empfehlung.
Gäste aus MKS-Ländern
können Schadenersatz fordern
Problematisch ist die
Rechtslage in Sachen Reiserücktritt: "Bei Absage durch den Vermieter hat
der Gast das Recht, Schadenansprüche geltend zu machen." Diese Vorgabe
dürfte die Entscheidung, einem potenziellen MKS-Überträger aus
England oder Holland das versprochene Gästezimmer zu verweigern, nicht
gerade erleichtern.
Große Sorgen bereitet die rasante Ausbreitung
von MKS auch den Campingplatz-Besitzern. "Wir werden uns Gedanken machen
müssen, da viele Campingplätze in der Nähe von Bauernhöfen
liegen", sagt Georg Spätling, Vorsitzender des Landesverbandes der
bayerischen Campingplatzunternehmer. Am Freitag trafen sich in Essen
Campingplatz-Vertreter aus allen Bundesländern, um das weitere Vorgehen zu
beraten. "Die Lage ist ernst, wir warnen aber vor Panikmache", meint
Spätling.
Verschiebung der Osterferien
gefordert
Der FDP-Gesundheitsexperte Detlev Pfarr hat die
Bundesländer aufgefordert, angesichts der Maul- und Klauenseuche eine
Verschiebung der Osterferien zu prüfen. Eine solche Maßnahme ist
nach Angaben des Bayerischen Kultusministeriums aber nicht möglich. "Eine
Verschiebung der Ferien käme einem Eingreifen in das
Persönlichkeitsrecht gleich", erklärte Claudia Piatzer, Sprecherin
des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus. "Wir
können lediglich Empfehlungen aussprechen und an die
Verantwortlichkeitsträger, wie Schulleiter und Lehrer, appellieren." Ein
entsprechendes Empfehlungsschreiben sei am 9. März an die Schulen
ergangen, nachdem besorgte Eltern, Lehrer und Bauern sich nach
Vorsichtsmaßnahmen erkundigt hatten.
"Wir können
grundsätzlich keine Klassenfahrten verbieten, die Entscheidung liegt im
Ermessen des Schulleiters", sagte Piatzer". Es sei aber ein Trend zu erkennen,
nach dem die meisten Ausflüge in gefährdete Regionen abgesagt
würden. Eine verbindliche Maßnahme, wie etwa ein generelles
Ausreiseverbot, könne indes nur der Bund aussprechen.
Auch die
"Stiftung Warentest" warnt die Bürger in Deutschland vor Auslandsreisen in
MKS-Länder. Dort heißt es unter anderem: "Meiden Sie die von der
Klauenseuche betroffenen Regionen und Länder. Reisende sind ein Risiko,
weil sie das Virus verbreiten können."
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