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Meldung vom 15.03.2000 12:58
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AOL-Tochter entwickelt Napster-Clon Das Problem bei Napster: Alle Transfers laufen über einen Server. Netzwerkadministratoren können den Zugriff auf ihn leicht verhindern. Sehr zum Ärger vieler MP3-Fans ist jüngst dies an einigen amerikanischen Universitäten geschehen. Mit Gnutella soll das unmöglich werden. Der Austausch von Dateien läuft dann nicht mehr über einen zentralen Server, sondern über eine Art virtuelles privates Netzwerk, kann also nur schwer verhindert werden. Außerdem verfolgt Nullsoft keinerlei kommerzielle Interessen: Das Unternehmen will den Quell-Code von Gnutella offenlegen. Brisant wird die Entwicklung der Tauschbörsen-Software durch AOLs geplante Fusion mit Time Warner. Die Vereinigung der amerikanischen Plattenindustrie (RIAA) hat erst im Dezember des letzten Jahres Napster wegen der Unterstützung von Musik-Piraterie übers Internet verklagt. Konsequenterweise müsste die RIAA nun auch gegen Nullsoft vorgehen AOL müsste also in gewisser Weise gegen sich selbst klagen. Allerdings wollten bislang weder die RIAA noch AOL zu den Verwicklungen Stellung beziehen. Die Distribution einer frühen Version von Gnutella über das Internet ist jedenfalls zunächst ausgesetzt www.gnullsoft.com ist "temporarily down". Die Nullsoft-Entwickler begründen dies mit dem Hinweis, dass die Testversion noch nicht für die Verbreitung geeignet sei. Probleme mit der RIAA sehen sie nicht: Ihre Software sei nicht mit Blick auf MP3-Dateien geschrieben, sondern solle den "Austausch von Kochrezepten" ermöglichen. Dass sie auch zweckentfremdet werden könnte, räumen die Entwickler ein allerdings weisen sie dafür jegliche Verantwortung von sich. (chr/c't)
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