Befallene Schweineklauen (Foto: CSIRO - Animal Health
Laboratory, Australien)
|
Plötzlich ist sie wieder in den Schlagzeilen: MKS, die
lang vergessene Seuche. Maul- und Klauenseuche befällt Schweine ebenso wie
Rinder, Schafe oder Ziegen und kann schnell zu wirtschaftlichen Schäden in
Millionenhöhe führen.
Letzter
Ausbruch in Deutschland vor 12 Jahren
In Deutschland liegt der
letzte Ausbruch der Maul- und Klauenseuche zwölf Jahre zurück. Bernd
Haas, am Bundesforschungsanstalt für Viruskrankheiten der Tiere (BFAV) in
Tübingen zuständig für die Diagnose, weiß: MKS ist eine
ständige Bedrohung.
Hohe
Ansteckungsgefahr
Wegen der hohen Ansteckungsgefahr der
Viruskrankheit müssen befallene Betriebe sofort abgesperrt und die
Tierbestände getötet werden. Daneben werden strenge
Handelsrestriktionen auferlegt. Diese Maßnahmen sind aus verschiedenen
Gründen erforderlich: Zum einen können infizierte Tiere schon vor dem
Auftreten klarer Symptome große Mengen an Virus ausscheiden, zum anderen
genügen schon geringste Virusmengen, um gesunde Tiere anzustecken. Durch
Personen, Fahrzeuge und sogar den Wind kann das Virus leicht
verschleppt werden.
Grafik- per Mausklick zu vergrößern
(Reuters)
|
Das
Verbereitungsgebiet
Der Tierarzt Matthias Kramer, Experte
für die Ausbreitung von Seuchen am BFAV-Institut für Epidemiologie in
Wusterhausen bei Berlin, hat einen guten Überblick über das
Verbreitungsgebiet der Krankheit: Weltweit zieht sich ein "MKS-Gürtel" vom
asiatischen Teil der Türkei über den Mittleren Osten, große
Teile Afrikas, den indischen Subkontinent, Ostasien bis nach Südamerika.
Situation in Westeuropa
In
Westeuropa ist die MKS-Situation entspannt, doch die aktuellen Fälle in
Großbritannien zeigen, dass die Seuche - bedingt durch den
großräumigen Handel mit Tieren - jederzeit ausbrechen kann. 1966/67
kam es in England zu einem verheerenden Seuchenzug, bei dem in der Spitze bis
zu 80 Neuausbrüche pro Tag zu verzeichnen waren. Im vergangenen Jahr trat
die Seuche in Japan (MKS-frei seit 1908) und Südkorea (MKS-frei seit 1934)
wieder auf.
Quellen: sueddeutsche.de / idw
|