Rinderwahnsinn
SZ vom
27.1.2001, Dokumentation Nie mehr T-Bone-Steak
Was man zu Zeiten von BSE noch essen darf
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Professor Günther Wolfram vom Lehrstuhl für Ernährungslehre der Technischen Universität fackelte nicht lange: Wer ganz sicher gehen will, ernährt sich ovo-lacto-vegetabil - mit anderen Worten: ohne Fleisch.
Alternative Ernährung
Als Alternativen setzte er auf die Essens - Hitliste Geflügelfleisch und Fisch sowie Muskelfleisch vom Schwein (wobei letzteres ein zweifelndes Murmeln im Saal erzeugte). Als unbedenklich bezeichnete er Milch, Milchprodukte und Ei sowie Gelatineprodukte.
Nicht risikofrei nannte er Muskelfleisch vom Rind, vom Schaf, von der Ziege und vom Wild, weil all diese Tiere mit Tiermehl gefüttert worden seien.
Von Relativierungen hielt Professor Wolfram nicht viel: BSE überträgt sich sehr wohl auf den Menschen. Eindeutiges Risikomaterial ist für den Ernährungswissenschaftler Hirn, Rückenmark, Augen, Mandeln, Darm, Milz und Lymphknoten vom Rind und Kalb ohne Alterseinschränkung, setzte er hinzu, wohl in Bezug auf die angebliche Ungefährlichkeit von unter 30 Monate alten Rindern. Dazu gehört auch das T-Bone-Steak, da es zu nahe an der Wirbelsäule geschnitten wird.
Völlig indiskutabel sei natürlich das Separatorenfleisch, auch das vom Schwein, das seiner Meinung nach nicht mehr in Lebensmittel gelangen dürfe. Weil die Gefahr besteht, dass solches Fleisch für Wurst verarbeitet wird, rät Professor Wolfram auch von dieser ab und nennt Schweineschinken als Alternative.
Prionen sind nicht zu knacken
Ein bisschen relativieren wollte Professor Kretzschmar: Die Nahrung kommt ja nicht direkt ins Hirn.
Daher würden viele der möglicherweise im Fleisch vorhandenen Prionen auf dem Weg durch den Körper auf der Strecke bleiben, die Chance ihres Überlebens betrage quasi 1: 100000. Sicher zerstört werden Prionen jedoch nur durch sehr große Hitze, etwa durch mindestens 20 Minuten Kochen bei 135 Grad und drei Bar Druck.
Eine direkte Verbindung zwischen dem Verzehr von Rindfleisch und dem Ausbruch der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit konnte die Forschung allerdings noch nicht völlig sicher nachweisen.
So wurden weder bei den in England an der neuen Variante Erkrankten noch bei den in Göttingen behandelten Patienten mit sporadischer CJK auffallende Ähnlichkeiten in den Essgewohnheiten festgestellt. Auf diesem Weg ist man noch nicht weiter gekommen, musste Professorin Sigrid Poser passen.
Fest steht: Die Prionen, die Eiweiße sind, überstehen den Weg durch den Körper anders als viele andere Eiweiße, ohne zerstört zu werden. Der Grund liegt eventuell darin, dass sie immer in engen Verbänden auftreten, die schwer zu knacken sind, erklärte Kretzschmar.
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