Medizin, 23. November 2000
Hoffnung auf Früherkennung der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
Forscher aus Zürich haben einen Ansatz entdeckt, der
langfristig vielleicht zu einer Therapie der Krankheit und zu neuen BSE-Tests
führen könnte.
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Opfer der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (Foto: AP)
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In der Erforschung der Rinderkrankheit BSE und der beim
Mensch auftretenden Creutzfeldt-Jakob-Krankheit haben Wissenschaftler der
Universität Zürich große Fortschritte gemeldet.
Die
Ergebnisse ihrer Versuche, die in der aktuellen Ausgabe des
Wissenschaftsmagazins "Nature" veröffentlicht werden, können
möglicherweise Grundlagen für neue, sensiblere Test und eine
frühere Erkennung der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit lieferen.
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Risiko Rinderwahn Alles
über BSE, die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die Infektionsrisiken und
BSE-Schnelltests |
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Universität Zürich
Zusammenfassung der in "Nature" veröffentlichten
Ergebnisse
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Bis zur Anwendung vergehen noch Jahre
Zu
große Erwartungen musste Adriano Aguzzi vom Institut für
Neuropathologie gleich wieder dämpfen. Bis sich ihre Ergebnisse auf
Menschen und Rinder anwenden ließen, werden wohl noch Jahre vergehen.
Die Schweizer Forscher hatten versucht, die Frage zu klären, wie
das Creutzfeldt-Jakob auslösende Prionprotein beim Menschen vom
Verdauungstrakt ins Hirn gelangt und ob irgendwo auf diesem Weg eine
Möglichkeit besteht, diesen Weg zu unterbrechen.
Prionen sind
Eiweiße, deren normale Form im gesunden Gehirn von Menschen und Tieren
vorkommt. Krankhaft verformte Prionen hingegen gelten als Verursacher von BSE.
Beim Verzehr von Rinder-Produkten sollen sie auf den Menschen übergangenen
sein und bei ihm die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (vCJD)
verursachen. Es wird davon ausgegangen, dass sich "kranke" Prionen an ihre
intakten Gegenstücke anlagern und diese damit ebenfalls verändern.
Transport der Erreger ins Gehirn
unterbrochen
Bei ihren Versuchen stießen die
Wissenschaftler nun auf eine Zelle, die dem bösartigen Prion mit einem
Signal den Weg ins Hirn ebnet. In ihren Versuchen mit Mäusen war es ihnen
gelungen, den Transport der defekten Prionen ins Gehirn zu unterbrechen.
Diese Erkenntnis könnte mithelfen, eine Behandlungsmethode
für Menschen zu finden, die mit der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit infiziert
seien, bei denen die Krankheit aber noch nicht ausgebrochen sei.
"Es
ist noch keine Therapie gegen die Krankheit", stellte Aguzzi fest. Es sei aber
möglich, dass diese Erkenntnis infizierten Menschen einmal helfen werde.
Wissenschaftliche Basis für neuen
Test
Auch die wissenschaftliche Basis für einen neuen BSE-
oder Creutzfeldt-Jakob-Test glaubt Aguzzi mit seinem Team gefunden zu haben.
Die Forscher entdeckten im Blut so genanntes Plasminogen. Dieses Protein geht
nur mit den defekten Prionen eine Verbindung ein. Die intakten Prionen hingegen
binden sich nicht daran.
Mit diesen Ergebnissen sei "unerwartet" das
erste Protein entdeckt worden, das zwischen veränderten und intakten
Prionen unterscheiden könne. Bisher fanden die Forschungen im Reagenzglas
statt. Die nächste Frage sei nun, ob sich dieselben Ergebnisse bei
lebendigen Wesen einstellten, sagte Aguzzi. Noch ungeklärt sei, ob der
Effekt bei BSE-Erregern ebenso funktioniere wie bei Creutzfeldt-Jakob-Erregern.
Quellen: sueddeutsche.de/AP/dpa
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