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Risiko Rinderwahn
SZ vom 6. 11. 1997, Wissenschaft
Direkter Nachweis von Prionen möglich

(how) Die erste direkte Nachweismethode für krankhaft veränderte Prionen-Eiweiße, die als Erreger der Rinderseuche BSE und der verwandten Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung (CJK) gelten, haben schweizerische und deutsche Wissenschaftler entwickelt.

Die Forscher stellten einen bestimmten Antikörper her, der lediglich an die „kranken“, nicht aber an die „gesunden“ Eiweiße andocken kann. Damit sei ein Test auf krankhaft veränderte Prionen bei lebenden Tieren und auch beim Menschen denkbar, schreiben die Forscher in der heutigen Ausgabe der britischen Fachzeitschrift Nature (Bd. 390, S. 74, 1997).

Bisher können BSE und CJK erst nach dem Tod eines Lebewesens eindeutig diagnostiziert werden – indem man das Gehirn untersucht. Sollte sich aus der neuen Methode tatsächlich ein zuverlässiger Test entwickeln lassen, könnte man stattdessen bereits bei unter BSE-Verdacht stehenden Rindern prüfen, ob diese tatsächlich geschlachtet werden müssen.

Hans Kretzschmar von der Universität Göttingen, der zu den Autoren der Arbeit gehört, hält bei einer Verfeinerung der Methode sogar den Nachweis veränderter Prionen im Fleisch für denkbar. Auch könnte der „15B3“ getaufte Nachweis-Antikörper beim Andocken an die „kranken“ Eiweiße in der Lage sein, deren infektiösen Eigenschaften auszuschalten, spekulieren die Wissenschaftler. In diesem Fall wäre „15B3“ zusätzlich ein Mittel zur Behandlung von CJK und BSE. how

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