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Risiko Rinderwahn
SZ vom 12.2.1998, Ressort Wissenschaft
Möglicher Weg zum Rinderwahn

Steckengebliebene" Eiweiße lösen BSE-ähnliche Symptome aus / von Stefan Albus

Fehlerhaft in Zellmembran eingebaut

Der "Rinderwahnsinn" BSE oder die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK) könnten durch ein Prionprotein verursacht werden, das möglicherweise fehlerhaft in eine Zellmembran eingebaut wird. Dies legt eine Studie von Vishwanath Lingappa und Stanley Prusiner nahe, die in der Fachzeitschrift Science veröffentlicht ist (Bd. 279, S. 897, 1998).

Experimente mit genveränderten Mäusen

Die Forscher untersuchten die seltene menschliche Erbkrankheit "GSS", die der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit ähnelt. Das Gen, das bei dieser Erkrankung verändert ist, sorgt für die Produktion eines veränderten Prions. In gentechnisch veränderten Mäusen, die von den Forschern mit diesem Gen ausgestattet wurden, verläßt das modifizierte Prion seinen Herstellungsort in der Zelle nicht sofort, sondern wird auf zwei verschiedene Weisen gefaltet und in die Umhüllung der "Eiweißfabrik" eingebaut. Eine dritte Falt-Variante des Prions passiert die Membran in Richtung Zellinneres.

Ergebnisse nicht ohne weiteres übertragbar

Eine der beiden steckengebliebenen Prionvarianten löst bei den Mäusen CJK-ähnliche Symptome aus. "Damit wurde zum ersten Mal beobachtet, daß Prionproteine, die in Membranen eingebaut sind, ein Lebewesen erkranken lassen", sagt Hans Kretschzmar vom Göttinger Institut für Neuropathologie. Da Lingappa und Prusiner allerdings mit genveränderten und nicht mit "Original"-Prionen gearbeitet haben, lassen sich ihre Ergebnisse nicht ohne weiteres auf die Verhältnisse bei BSE oder CJK übertragen. Dennoch scheinen die beiden Wissenschaftler zumindest einen weiteren Weg gefunden zu haben, über den Prion-Proteine Nervenzellen zerstören können. Denn das "steckengebliebene" Eiweiß hat keine Ähnlichkeit mit dem BSE-Prion aus erkrankten Rindern



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