Risiko Rinderwahn
SZ vom 18.
7. 2000, Wissenschaft Weiterer Hinweis auf BSE beim
Menschen
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Dass die neue Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit,
vCJK, menschlicher Rinderwahnsinn ist, nehmen Forscher schon lange an. Denn
1997 fanden sie heraus, dass sich die mutmaßlichen Erreger bei Tier und
Mensch sehr gleichen. Doch fraglich blieb immer noch, weshalb eine Krankheit
die Artgrenze zwischen Rind und Mensch zu überspringen vermag.
Jetzt präsentierten Züricher Wissenschaftler um Kurt
Wüthrich Ergebnisse, die untermauern, dass dieser seltene Artensprung im
Fall von BSE möglich war. Die Schweizer Forscher hatten im Januar die
dreidimensionale Struktur des menschlichen Prions entschlüsselt - jenen
Eiweißes, das bei BSE und vCJK krankhaft verändert ist.
Diese veränderten Prionen lagern sich im Hirn ab und führen
zu einem massiven Nervensterben. Jetzt präsentieren die Forscher auch die
Struktur des Rinderprions und zieht erste Schlüsse aus einem Vergleich
(PNAS, Bd. 97, S. 8334, 2000).
Sie fanden heraus, dass die gesunden
Prionen von Mensch und Rind nahezu identisch sind, während sich das
Rinderprion von den Prionen von Maus und Hamster sehr viel stärker
unterscheidet. Wüthrich vermutet, dass sich seine Testergebnisse auch auf
die krankhaften Formen übertragen lassen, und sieht darin eine
Erklärung, warum BSE auf den Menschen übergegriffen haben
könnte.
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