Risiko Rinderwahn
Von
der Kuh auf den Menschen
Früh
vermutet, lange bezweifelt: Inzwischen ist es jedoch so gut wie sicher:
vCJK-Patienten haben sich über Rindfleischprodukte infiziert
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Rindfleisch: Eine mögliche Infektionsquelle? (Foto:
AP)
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Am 20. März 1996 erklärte der britische
Gesundheitsminister Stephen Darrell, es könne nicht mehr ausgeschlossen
werden, dass ein Zusammenhang zwischen der Rinderseuche
BSE (Bovine spongiforme Enzephalopathie)
und einer neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
vCJK beim Menschen bestünde.
Zuvor hatte das britische Überwachungszentrum für die
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJK Surveillance Unit) in Edinburgh zehn
Fälle von CJK identifiziert, die sich von der klassischen Form
unterschied: Die Patienten waren alle jung (Durchschnittsalter 29 Jahre),
starben erst etwa 13 Monate nach Krankheitsbeginn, und zeigten ein etwas
anderes Krankheitsbild. Das tödliche Leiden wurde als neue Variante, kurz
nvCJK oder vCJK, bezeichnet.
Es ist eine
Prionen-Krankheit, und sie ist ansteckend
Zwar lässt sich
die Ansteckung von Menschen an kranken Kühen nicht direkt beweisen.
Dafür müssten schließlich gesunde Menschen gezielt mit den
BSE-Krankheitserregern infiziert werden. Inzwischen häufen sich jedoch die
Hinweise auf einen Übergang der Rinderseuche auf den Menschen, so dass am
Ursprung der vCJK kaum noch gezweifelt wird.
Zuerst einmal gehören
die Erreger beider Seuchen zu den so genannten Prionen. Und schon seit der
Entdeckung der Iatrogenen Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit weiß man,
dass man sich mit dem Leiden bei anderen Menschen anstecken kann. So erkrankten
Patienten, die mit Operationsbesteck behandelt wurden, das zuvor bei
CJK-Patienten eingesetzt worden war. (Die Erreger widerstehen der üblichen
Desinfektion der Instrumente).
Kuru und
Creutzfeldt-Jakob
Auch entwickelten Menschen die Krankheit, denen
Wachstumshormone aus der Hypophyse von verstorbenen CJK-Patienten behandelt
worden waren, oder deren Kornea (Hornhaut des Auges) transplantiert bekamen.
Und in den fünfziger Jahren löste die Übertragung von Prionen
auch die Kuru-Epidemien im Volk der Foren auf Neu-Guinea aus, die während
kannibalistischer Rituale die Gehirne Verstorbener verzehrten.
Diese
Infektionen fanden jedoch innerhalb einer Art statt, das heißt zwischen
Menschen. Dass jedoch auch Vertreter anderer Arten sich anstecken können,
zeigten schon Experimente in den Sechziger Jahren, als Affen mit Kuru und
klassischer CJK infiziert wurden.
Die Erreger
wechseln von einer Art auf die andere
Als zugleich oder nach dem
Ausbruch von BSE schließlich eine Reihe von anderen Tieren wie
Hauskatzen, Pumas, Geparden und im Zoo gehaltene Paarhufer wie der Kudu an
spongiformer Enzephalopathie erkrankten, lag der Verdacht nahe, dass BSE sich
nicht auf Rinder beschränkt.
"Untersuchungen der molekularen
Struktur der Erreger zeigten, dass sie durch BSE-ähnliche
Prionenstämme verursacht wurden, und die meisten dieser Stämme
scheinen mit dem BSE-Prion verwandt", stellt John Collinge von der Imperial
College School of Medicine am St. Mary's Hospital in London, fest.
Mäuse mit dem Gen für das Rinderprion
können an vCJK erkranken (Foto:
Virtual
Zoo)
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Mäuse mit
vCJK
Nachdem 1996 die neue Variante der CJK identifiziert wurde,
kam es auch hier zu Vergleichen der Erreger mit den BSE-Prionen - und noch im
gleichen Jahr fanden britische Forscher große Übereinstimmungen.
1997 wurde dann anhand von Versuchen mit Mäusen bestätigt, dass die
vCJK und BSE von ein und dem selben Prionen-Stamm verursacht wird. Erst letztes
Jahr ergänzten Wissenschaftler der University of California in San
Francisco und dem britischen CJK-Überwachungszentrum in Edinburgh die
Liste der Beweise:
Sie hatten Mäuse mit einem Gen ausgestattet,
welches das normale Rinder-Prion herstellt. Tiere, die mit Prionen von
BSE-Rindern infiziert wurden, zeigten schließlich die gleichen Symptome,
Hirnschäden und Inkubationszeiten (zwischen Ansteckung und Ausbruch der
Krankheit) wie solche Nager, die mit Erregern von vCJK-Patienten angesteckt
wurden. Waren jedoch Scrapie-Prionen eingesetzt worden, so unterschied sich die
Krankheit, die bei den Mäusen ausbrach, von den BSE- und vCJK-Fällen.
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Eine neue
Krankheit: vCJK Kommt die eigentliche Epidemie noch - oder ist sie
schon vorüber? Schätzungen zukünftiger Opferzahlen variieren
zwischen einigen Hundert und mehreren Hunderttausend |
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BSE: Die
Rinderseuche in Europa
Infektionsquelle Tiermehl Auch Deutschland ist nicht
BSE-frei Tests belegen versteckte Fälle in der Schweiz und
Frankreich |
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Von der Kuh auf den Menschen
Früh vermutet, lange bezweifelt: Jetzt ist es jedoch
so gut wie sicher: vCJK-Patienten haben sich an Rinderprodukten
infiziert
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CJK, BSE und
der Lachende Tod Inzwischen
sind eine ganze Reihe von Prionenkrankheiten bekannt, und sie befallen immer
mehr Arten
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Die BSE-Erreger:
Prionen Die zwei Seiten eines Proteins Geschichte einer
Entdeckung
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Bluttransfusion Zumindest
bei Schafen kann die Übertragung infizierten Blutes zur Erkrankung
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Prionen-Tests
Drei schnelle Methoden, die Erreger in geschlachteten
Rindern nachzuweisen, sind bereits im Einsatz |
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BSE und vCJK:
Eine Chronik Von 1985 bis heute |
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