Risiko Rinderwahn
Prionen-Tests
Drei
Techniken, Prionen in geschlachteten Rindern nachzuweisen, wurden von der EU
bisher akzeptiert. Vielleicht gibt es bald auch den Schnelltest der Erreger an
lebenden Tieren und Menschen
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Prionen-Schnelltests für tote Tieren
Nachweise in lebenden Tieren und
Menschen
Prionen-Schnelltests
für tote Tiere
Ein Tierarzt nimmt eine Probe für den Prionics-Check (Foto:
dpa)
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BSE-Erreger lassen sich in toten Rindern nachweisen - sogar
schon Monate, bevor die Krankheit ausbricht. Zur Zeit gibt es drei Tests,
mit denen BSE-Prionen bei Rindern aufgespürt werden, und die von der
Europäischen Union als einsatzfähig bestätigt wurden. Alle drei
Verfahren benutzen Proben aus dem Gehirn verstorbener Tiere. Sie können
die Existenz infektiöser Prionen auch schon einige Zeit vor dem Ausbruch
der Krankheitssymptome nachweisen, wenn die Tiere - als gesund geltend -
geschlachtet wurden.
Damit die Tests anschlagen, müssen
ausreichend große Mengen der Erreger in der Probe enthalten sein. Deshalb
sind sie kaum geeignet, die Ansteckung mit der Rinderseuche schon im
Frühstadium zu entdecken. Darüber hinaus müssen die Gewebeproben
dort entnommen werden, wo die Prionen sich häufen. Gängige Methode
ist zur Zeit, die Probe aus dem Hirnstamm zu gewinnen - dem Übergang
zwischen Gehirn und Rückenmark.
Diese Faktoren führen zu
einem Restrisiko, die Krankheit trotz der Tests zu
übersehen.
Bislang galt, dass die Erreger erst in Tieren über
30 Monate aufzuspüren sind. In einzelnen Fällen wurde der Rinderwahn
jedoch auch schon bei jüngeren Tieren nachgewiesen.
Der Prionics-Check
Er wurde von der
Schweizer Firma Prionics entwickelt und spürt die Erreger im Hirn- und
Rückenmark infizierter Tiere innerhalb sieben Stunden mit Hilfe eines
Tests auf, der Western Blot genannt wird. Nach Angaben der Hersteller
lassen sich die Prionen schon bis zu sechs Monate bevor die ersten Symptome
auftreten, nachweisen. Er ist für ein Massen-Screening ausgelegt. Der
Test wird seit 1999 regelmäßig in der Schweiz eingesetzt, Franzosen
und Dänen arbeiten ebenfalls mit der Methode. Auch die
nordrhein-westfälische Studie an über 5000 Rindern im letzten Jahr
wurde mit dem Prionics-Test durchgeführt. Großbritannien verwendet
den Test ebenfalls, arbeitet jedoch zur Zeit an einer eigenen Alternative.
Der Enfer- oder
Proteus-Test
Der Test wird in Lizenz von der irischen Firma Enfer
Scientific hergestellt und nutzt einen Antikörper, den die britische Firma
Proteus entwickelt hat. Der Test wird vom irischen Landwirtschaftsministerium
benutzt und beruht auf einer Technik, die Enzym-Immunoassay (ELISA) genannt
wird. Er ist schneller als auf Western Blot-Verfahren beruhende Tests (wie
der Prionics-Check) und lässt sich teilweise automatisiert einsetzen, so
dass eine große Zahl von Proben innerhalb kurzer Zeit getestet werden
könnte.
Der CEA- oder
Bio-Rad-Test
Entwickelt von der Französischen
Atomenergiebehörde (Commission de l'Energie Atomique, CEA) gilt dieser
Test als der empfindlichste. Er beruht auf dem so genannten
Sandwich-Immunoassay, der dem ELISA-Verfahren ähnelt.
Der Test
wird von der US-Firma Bio-Rad (als Platelia-Test) produziert und ist schon in
etlichen europäischen Ländern im Einsatz.
Aufgrund seiner
großen Empfindlichkeit wird der Test in Laborexperimenten auch an
infizierten Kälbern angewendet, um festzustellen, ob er die Krankheit auch
bei erheblich jüngeren Tieren feststellen kann, als die anderen Tests.
Rinderschädel, die auf BSE-Erreger getestet wurden
(Foto:AP)
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Die Europäische Kommission hat ein weiteres Verfahren
prüfen lassen, das sich jedoch als noch nicht einsatzfähig erwiesen
hat:
Der DELFIA-Test
Das
britische Landwirtschaftsministerium, das diesen Test der Firma EG&G Wallac
geprüft hat, geht jedoch davon aus, dass die technischen Schwierigkeiten,
die zur Ablehnung durch die EU führten, inzwischen behoben wurden und die
Europäische Gemeinschaft den Test ebenfalls zum Einsatz zulassen wird.
zurück Nachweise in lebenden Tieren und
Menschen
Drei weitere Tests, die infektiöse Prionen an noch
lebenden Tieren nachweisen sollen, werden zur Zeit entwickelt beziehungsweise
getestet:
Die
Kapillar-Immuno-Elektrophorese
Dieser Test, der im Original
Capillary Immuno-Electrophoresis, ICE, heißt, wurde entwickelt von
Mary-Jo Schmerr vom US-Landwirtschaftsministerium. Der Test kommt mit geringen
Blutproben aus, und scheint geeignet, Scrapie-Infektionen bei Schafen und
Chronic Wasting Disease (CWD) bei Hirschen und Elchen aufzuspüren.
Die Einsatzfähigkeit des Verfahrens muss allerdings noch
bestätigt werden. Ob der Test sich auch auf die Rinderseuche BSE anwenden
lässt, ist noch offen.
Test der
Zerebrospinalflüssigkeit
Wissenschaftler um den
Nobelpreisträger Manfred Eigen vom Max-Planck-Institut für
Biophysikalische Chemie in Göttingen und Hans Kretzschmarr von der
Universität von Göttingen (inzwischen München) haben
kürzlich bekannt gegeben, dass sie einen Test entwickelt haben, der
erstmals Prionen in der Zerebrospinalflüssigkeit (CSF) des Hirns und
Rückenmarks nachweisen kann.
Der Test soll sich sowohl bei
lebenden Rindern mit BSE als auch bei Patienten mit Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
anwenden lassen.
Mit Hilfe von Laserstrahlen werden einzelne
Moleküle wie Prionen aufgespürt, die zuvor durch andere
fluoreszierende Moleküle, so genannte Antikörper, markiert wurden.
Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihr Test, dessen Entwicklung vom
Bundeswissenschaftsministerium unterstützt wurde, erheblich sensibler ist
als der Western Blot.
In einer Pilotstudie am Universitätshospital
in Göttingen haben sie Prionen in der CSF von Creutzfeldt-Jakob-Patienten
nachgewiesen.
Rinderblut-Test
Schon ab Sommer 2001 soll es
einen Test geben, die Erreger auch im Blut von Rindern nachweisen
kann.
Der Nachweis wurde von Vetmedica, einem Tochterunternehmen des
Pharmakonzerns Boehringer-Ingelheim, entwickelt.
Bei dem neuen
Verfahren wird dem lebenden Rind Blut abgenommen und im Labor mit einem so
genannten Elisa-Test untersucht. Nach 20 Minuten kann man ein Ergebnis
feststellen. Bei dem Verfahren werden isolierte BSE-Erreger eines erkrankten
Tieres mit Antikörpern aufgespürt, die mit Leuchtmittel markiert
sind. Anhand der Verfärbung kann dann festgestellt werden, ob
Rinderwahnsinn vorliegt.
Plaques im
Gewebe von Mandeln und Blinddärmen
Eine weitere
Möglichkeit, die Infektion bei lebenden Menschen aufzuspüren, ist die
Untersuchung entfernter Blinddärme oder Rachenmandeln. Schon 1998 hatten
britische Wissenschaftler im Blinddarm eines Mannes die Erreger nachgewiesen,
der diesem acht Monate vor Ausbruch der vCJK entfernt worden war.
In den
Gewebeproben der Organe lassen sich Ablagerungen der Prionen-Proteine, so
genannte Plaques, feststellen. Bei einer kürzlich durchgeführten
Testreihe an über 3000 Mandeln und Blinddärmen konnten Forscher des
Überwachungszentrums für CJK in Edinburgh und der University of
Oxford die Erreger allerdings in keinem einzigen Fall nachweisen.
Eine
weitere Methode, wie sich die Krankheit möglicherweise bei lebenden
Personen nachweisen lässt, fanden britische Wissenschaftler, als sie
Patienten mit Kernspintomographen untersuchten. Bei jenen Menschen, bei denen
später CJK nachgewiesen wurde, entdeckten sie, dass der Thalamus, eine
Region im Zwischenhirn häufig dichter war, als bei gesunden
Personen.
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Eine neue
Krankheit: vCJK Kommt die eigentliche Epidemie noch - oder ist sie
schon vorüber? Schätzungen zukünftiger Opferzahlen variieren
zwischen einigen Hundert und mehreren Hunderttausend |
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BSE: Die
Rinderseuche in Europa
Infektionsquelle Tiermehl Auch Deutschland ist nicht
BSE-frei Tests belegen versteckte Fälle in der Schweiz und
Frankreich |
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Von der Kuh auf
den Menschen Früh vermutet, lange bezweifelt: Jetzt ist es
jedoch so gut wie sicher: vCJK-Patienten haben sich an Rinderprodukten
infiziert
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CJK, BSE und
der Lachende Tod Inzwischen
sind eine ganze Reihe von Prionenkrankheiten bekannt, und sie befallen immer
mehr Arten
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Die BSE-Erreger:
Prionen Die zwei Seiten eines Proteins Geschichte einer
Entdeckung
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Bluttransfusion Zumindest
bei Schafen kann die Übertragung infizierten Blutes zur Erkrankung
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Prionen-Tests
Drei schnelle Methoden, die Erreger in geschlachteten
Rindern nachzuweisen, sind bereits im Einsatz |
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BSE und vCJK:
Eine Chronik Von 1985 bis heute |
Weiterführende Links
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