Anzeigenmärkte Bitte hier klicken!
Anzeigen - Mediadaten - Archiv - Magazine - Verlag - Fachverlag   Kontakt - Vertriebsservice
Süddeutsche Zeitung OnlineWissenschaft
Aktuell
Nachrichten
Wirtschaft
Sport
Kultur
Wissenschaft
Gesundheit
Computer
Karriere
Leben & Stil
Reise
Wetter

Zeitung
Aktuelle Ausgabe

jetzt:
Das Jugendmagazin



Anzeigen
Inserieren
Kfz-Markt
Stellenmarkt
Bewerbermarkt
Mietmarkt
Immobilienmarkt
Bekanntschaften
Look4links

Zeitung
SZ-Probeabo
SZ-Shop

Zeitung
Newsletter
WAP-Service
Handhelds

Zeitung
Impressum
Jobs

WissenschaftWissenschaft
Risiko Rinderwahn

Prionen-Tests

Drei Techniken, Prionen in geschlachteten Rindern nachzuweisen, wurden von der EU bisher akzeptiert. Vielleicht gibt es bald auch den Schnelltest der Erreger an lebenden Tieren und Menschen



Prionen-Schnelltests für tote Tieren

Nachweise in lebenden Tieren und Menschen


Prionen-Schnelltests für tote Tiere


alt-text
Ein Tierarzt nimmt eine Probe für den Prionics-Check (Foto: dpa)
BSE-Erreger lassen sich in toten Rindern nachweisen - sogar schon Monate, bevor die Krankheit ausbricht.
Zur Zeit gibt es drei Tests, mit denen BSE-Prionen bei Rindern aufgespürt werden, und die von der Europäischen Union als einsatzfähig bestätigt wurden. Alle drei Verfahren benutzen Proben aus dem Gehirn verstorbener Tiere. Sie können die Existenz infektiöser Prionen auch schon einige Zeit vor dem Ausbruch der Krankheitssymptome nachweisen, wenn die Tiere - als gesund geltend - geschlachtet wurden.

Damit die Tests anschlagen, müssen ausreichend große Mengen der Erreger in der Probe enthalten sein. Deshalb sind sie kaum geeignet, die Ansteckung mit der Rinderseuche schon im Frühstadium zu entdecken. Darüber hinaus müssen die Gewebeproben dort entnommen werden, wo die Prionen sich häufen. Gängige Methode ist zur Zeit, die Probe aus dem Hirnstamm zu gewinnen - dem Übergang zwischen Gehirn und Rückenmark.

Diese Faktoren führen zu einem Restrisiko, die Krankheit trotz der Tests zu übersehen.

Bislang galt, dass die Erreger erst in Tieren über 30 Monate aufzuspüren sind. In einzelnen Fällen wurde der Rinderwahn jedoch auch schon bei jüngeren Tieren nachgewiesen.

Der Prionics-Check

Er wurde von der Schweizer Firma Prionics entwickelt und spürt die Erreger im Hirn- und Rückenmark infizierter Tiere innerhalb sieben Stunden mit Hilfe eines Tests auf, der Western Blot genannt wird.
Nach Angaben der Hersteller lassen sich die Prionen schon bis zu sechs Monate bevor die ersten Symptome auftreten, nachweisen. Er ist für ein Massen-Screening ausgelegt.
Der Test wird seit 1999 regelmäßig in der Schweiz eingesetzt, Franzosen und Dänen arbeiten ebenfalls mit der Methode. Auch die nordrhein-westfälische Studie an über 5000 Rindern im letzten Jahr wurde mit dem Prionics-Test durchgeführt. Großbritannien verwendet den Test ebenfalls, arbeitet jedoch zur Zeit an einer eigenen Alternative.

Der Enfer- oder Proteus-Test

Der Test wird in Lizenz von der irischen Firma Enfer Scientific hergestellt und nutzt einen Antikörper, den die britische Firma Proteus entwickelt hat. Der Test wird vom irischen Landwirtschaftsministerium benutzt und beruht auf einer Technik, die Enzym-Immunoassay (ELISA) genannt wird.
Er ist schneller als auf Western Blot-Verfahren beruhende Tests (wie der Prionics-Check) und lässt sich teilweise automatisiert einsetzen, so dass eine große Zahl von Proben innerhalb kurzer Zeit getestet werden könnte.

Der CEA- oder Bio-Rad-Test

Entwickelt von der Französischen Atomenergiebehörde (Commission de l'Energie Atomique, CEA) gilt dieser Test als der empfindlichste. Er beruht auf dem so genannten Sandwich-Immunoassay, der dem ELISA-Verfahren ähnelt.

Der Test wird von der US-Firma Bio-Rad (als Platelia-Test) produziert und ist schon in etlichen europäischen Ländern im Einsatz.

Aufgrund seiner großen Empfindlichkeit wird der Test in Laborexperimenten auch an infizierten Kälbern angewendet, um festzustellen, ob er die Krankheit auch bei erheblich jüngeren Tieren feststellen kann, als die anderen Tests.

Schädel
Rinderschädel, die auf BSE-Erreger getestet wurden (Foto:AP)
Die Europäische Kommission hat ein weiteres Verfahren prüfen lassen, das sich jedoch als noch nicht einsatzfähig erwiesen hat:

Der DELFIA-Test

Das britische Landwirtschaftsministerium, das diesen Test der Firma EG&G Wallac geprüft hat, geht jedoch davon aus, dass die technischen Schwierigkeiten, die zur Ablehnung durch die EU führten, inzwischen behoben wurden und die Europäische Gemeinschaft den Test ebenfalls zum Einsatz zulassen wird.

zurück
Nachweise in lebenden Tieren und Menschen


Drei weitere Tests, die infektiöse Prionen an noch lebenden Tieren nachweisen sollen, werden zur Zeit entwickelt beziehungsweise getestet:

Die Kapillar-Immuno-Elektrophorese

Dieser Test, der im Original Capillary Immuno-Electrophoresis, ICE, heißt, wurde entwickelt von Mary-Jo Schmerr vom US-Landwirtschaftsministerium. Der Test kommt mit geringen Blutproben aus, und scheint geeignet, Scrapie-Infektionen bei Schafen und Chronic Wasting Disease (CWD) bei Hirschen und Elchen aufzuspüren.

Die Einsatzfähigkeit des Verfahrens muss allerdings noch bestätigt werden. Ob der Test sich auch auf die Rinderseuche BSE anwenden lässt, ist noch offen.

Test der Zerebrospinalflüssigkeit

Wissenschaftler um den Nobelpreisträger Manfred Eigen vom Max-Planck-Institut für Biophysikalische Chemie in Göttingen und Hans Kretzschmarr von der Universität von Göttingen (inzwischen München) haben kürzlich bekannt gegeben, dass sie einen Test entwickelt haben, der erstmals Prionen in der Zerebrospinalflüssigkeit (CSF) des Hirns und Rückenmarks nachweisen kann.

Der Test soll sich sowohl bei lebenden Rindern mit BSE als auch bei Patienten mit Creutzfeldt-Jakob-Krankheit anwenden lassen.

Mit Hilfe von Laserstrahlen werden einzelne Moleküle wie Prionen aufgespürt, die zuvor durch andere fluoreszierende Moleküle, so genannte Antikörper, markiert wurden. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass ihr Test, dessen Entwicklung vom Bundeswissenschaftsministerium unterstützt wurde, erheblich sensibler ist als der Western Blot.

In einer Pilotstudie am Universitätshospital in Göttingen haben sie Prionen in der CSF von Creutzfeldt-Jakob-Patienten nachgewiesen.

Rinderblut-Test

Schon ab Sommer 2001 soll es einen Test geben, die Erreger auch im Blut von Rindern nachweisen kann.

Der Nachweis wurde von Vetmedica, einem Tochterunternehmen des Pharmakonzerns Boehringer-Ingelheim, entwickelt.

Bei dem neuen Verfahren wird dem lebenden Rind Blut abgenommen und im Labor mit einem so genannten Elisa-Test untersucht. Nach 20 Minuten kann man ein Ergebnis feststellen. Bei dem Verfahren werden isolierte BSE-Erreger eines erkrankten Tieres mit Antikörpern aufgespürt, die mit Leuchtmittel markiert sind. Anhand der Verfärbung kann dann festgestellt werden, ob Rinderwahnsinn vorliegt.



Plaques im Gewebe von Mandeln und Blinddärmen

Eine weitere Möglichkeit, die Infektion bei lebenden Menschen aufzuspüren, ist die Untersuchung entfernter Blinddärme oder Rachenmandeln. Schon 1998 hatten britische Wissenschaftler im Blinddarm eines Mannes die Erreger nachgewiesen, der diesem acht Monate vor Ausbruch der vCJK entfernt worden war.

In den Gewebeproben der Organe lassen sich Ablagerungen der Prionen-Proteine, so genannte Plaques, feststellen. Bei einer kürzlich durchgeführten Testreihe an über 3000 Mandeln und Blinddärmen konnten Forscher des Überwachungszentrums für CJK in Edinburgh und der University of Oxford die Erreger allerdings in keinem einzigen Fall nachweisen.

Eine weitere Methode, wie sich die Krankheit möglicherweise bei lebenden Personen nachweisen lässt, fanden britische Wissenschaftler, als sie Patienten mit Kernspintomographen untersuchten. Bei jenen Menschen, bei denen später CJK nachgewiesen wurde, entdeckten sie, dass der Thalamus, eine Region im Zwischenhirn häufig dichter war, als bei gesunden Personen.


Eine neue Krankheit: vCJK
Kommt die eigentliche Epidemie noch - oder ist sie schon vorüber? Schätzungen zukünftiger Opferzahlen variieren zwischen einigen Hundert und mehreren Hunderttausend
BSE: Die Rinderseuche in Europa
Infektionsquelle Tiermehl
Auch Deutschland ist nicht BSE-frei
Tests belegen versteckte Fälle in der Schweiz und Frankreich
Von der Kuh auf den Menschen
Früh vermutet, lange bezweifelt: Jetzt ist es jedoch so gut wie sicher: vCJK-Patienten haben sich an Rinderprodukten infiziert
CJK, BSE und der Lachende Tod
Inzwischen sind eine ganze Reihe von Prionenkrankheiten bekannt, und sie befallen immer mehr Arten
Die BSE-Erreger: Prionen
Die zwei Seiten eines Proteins
Geschichte einer Entdeckung
Bluttransfusion
Zumindest bei Schafen kann die Übertragung infizierten Blutes zur Erkrankung führen
Prionen-Tests
Drei schnelle Methoden, die Erreger in geschlachteten Rindern nachzuweisen, sind bereits im Einsatz
BSE und vCJK: Eine Chronik
Von 1985 bis heute


Artikel aus der Süddeutschen Zeitung zum Thema:

SZ vom 29.11.2000
Teuflisch langsam
Der BSE-Erreger kann meist nicht rechtzeitig gefunden werden

SZ vom 23. 5. 1999
Verfrühte Freude über Nieten
In Großbritannien ist man BSE auf der Spur - mit alten Methoden

SZ vom 6. 11. 1997
Direkter Nachweis von Prionen möglich

SZ vom 2. 5. 2000
Spuren im Hirn


Weiterführende Links

Prionics Check
Informationen über den Schnelltest von Prionics
Ministry of Agriculture, Fisheries and Food
Darstellung und Einschätzung der Prionen-Testverfahren durch das Britische Landwirtschaftsministerium
Babende-Institut für medizinisch-mikrobiologische Forschung
Mit einer Liste deutscher Metzger, die auf Prionen testen


Zurück zur Startseite:
Risiko Rinderwahn


Weitere Dossiers
[Zurück]

[Seitenanfang]

[Wissenschaft-Startseite]




© 2000 Süddeutsche Zeitung GmbH / SV online GmbH
Im Blickpunkt

Dossier

Frage der Woche

Diskussionsforum

Wissenschafts-Ticker

Der aktuelle Tipp

Buch-/CD-ROM-Besprechungen

Sternenhimmel

Linksammlung