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Opposition in Belgrad droht mit Generalstreik

200.000 Menschen demonstrieren für Oppositions-Kandidat Kostunica

Die Opposition in Belgrad lehnt auch nach Bekanntgabe des offiziellen Wahlergebnisses eine Stichwahl zwischen ihrem Kandidaten Vojislav Kostunica und Präsident Slobodan Milosevic ab und droht mit einem Generalstreik. Nach Angaben der staatlichen Wahlkommission erzielte Kostunica 48,96 Prozent und Milosevic 38,62 Prozent der Stimmen. Die Opposition geht dagegen von einer absoluten Mehrheit für Kostunica aus.

Vojislav Kostunica

Wirft Milosevic Wahlbetrug vor: Vojislav Kostunica
„Wir werden Institutionen und Menschen zur Arbeitsniederlegung auffordern, Eltern sollen ihre Kinder nicht mehr in die Schule schicken“, sagte der Wahlkampfmanager der Opposition, Zoran Djindjic. „Keiner soll sich bewegen, bis Milosevic sich bewegt“, so Djindjic.

Nach Zählungen der Opposition hat Kostunica 54,6 Prozent der Stimmen erreicht. Für eine Direktwahl im ersten Wahlgang sind 50 Prozent erforderlich. Unterstützt werden die Angaben der Opposition von westlichen Regierungen. US-Präsident Bill Clinton sprach der staatlichen Wahlkommission jede Glaubwürdigkeit ab.

Hunderttausende demonstrieren gegen Milosevic

Mehr als 200.000 Menschen folgten am Mittwochabend dem Aufruf der Opposition und demonstrierten in Belgrad für die Anerkennung des Wahlsiegs von Vojislav Kostunica. Es war die bislang größte Kundgebung in Jugoslawien gegen Präsident Slobodan Milosevic.

Die Demonstration stand unter dem Motto „Er ist am Ende“. Die Menschen skandierten diese Parole in Sprechchören. Die ganze Innenstadt war blockiert.

Kostunica betonte in seiner Rede auf der Kundgebung , es werde keine Stichwahl am 8. Oktober geben. „Wenn wir uns darauf einlassen, dann würden wir anerkennen, dass der Wille eines einzelnen Mannes, Slobodan Milosevic, stärker ist als der Wille des ganzen Volkes.“

Russland soll Milosevic Asyl gewähren

Kostunica rief Polizei und Armee auf, nicht Milosevics Familie, sondern das Volk zu schützen. Auch in anderen Städten kam es zu Massenkundgebungen. Es waren die größten Anti-Milosevic-Demonstrationen seit Jahren.

Der amerikanische UN-Botschafter Richard Holbrooke kündigte an, die USA würden umgehend alle Sanktionen aufheben, wenn der demokratisch gewählte Herausforderer von Milosevic sein Amt angetreten habe.

Der frühere jugoslawische Ministerpräsident Milan Panic forderte Russland in New York auf, Milosevic und seiner Familie Aysl zu gewähren und damit einen Bürgerkrieg in Jugoslawien zu verhindern. Präsident Wladimir Putin solle ein Flugzeug nach Belgrad schicken, um Milosevic abzuholen.


Quellen: sueddeutsche.de/dpa/AP


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