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Stasi-Protokolle: Gauck geht gegen Kohl in Offensive

Alt-Kanzler tritt 2002 nicht mehr bei Bundestagswahl an

Der Leiter der Gauck-Behörde, Joachim Gauck will sich nicht vonAlt-Kanzler Helmut Kohl vorschreiben lassen, wann seine Behörde die über Kohl vorliegenden Stasi-Abhörprotokolle an die Öffentlichkeit herausgibt.

„Natürlich kann Helmut Kohl durch sein Verhalten bei der Akteneinsicht nicht völlig unser weiteres Vorgehen bestimmen“, sagte der scheidende Chef der Stasi-Akten-Behörde, Gauck. Seine Äußerungen bezogen sich auf Medienberichte, wonach Kohl die Dauer seiner Akteneinsicht in die Länge zieht, um eine schnelle Herausgabe der Dokumente an die Medien zu verhindern.

Gauck bestätigte indirekt, dass Kohl inzwischen seine begonnene Einsicht unterbrochen hat. Er werde aber „die Akteneinsicht fortsetzen.“ Gauck unterstrich, dass die Behörde „den Antragsteller Dr. Helmut Kohl“ genauso behandele wie jeden Bürger.


Gleiche Voraussetzungen für alle Informationen

Hintergrund der Äußerungen Gaucks ist, dass seine Behörde normalerweise erst die komplette Einsicht des Betroffenen abwartet und erst dann die Akten anderen berechtigten Antragstellern - wie Wissenschaftlern oder Journalisten - zur Verfügung stellt.

Der Bundesbeauftragte verteidigte seine Rechtsauffassung, die Abhörprotokolle über Kohl herauszugeben. Das Stasi-Unterlagen- Gesetz unterscheide nicht zwischen Akten, „die schmutzig, ein wenig schmutzig, oder clean sind“. Für alle Arten von Informationen würden die gleichen Voraussetzungen gelten.


Kohl kandidiert nicht mehr für Bundestag

Kohl hatte am Montag am Rande der Verleihung des Millenniums-Orden in Budapest bekannt gegeben, dass er bei der nächsten Bundestagswahl nicht wieder antreten werde. „Ich höre auf in 2002, ich kandidiere nicht wieder. Ich habe nicht die Absicht, irgendein Amt zu übernehmen“, bekräftigte er in einem ZDF-Interview.





Quellen: sueddeutsche.de/dpa/AP


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